Analysieren, Bewerten und Empfehlen

DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! Kongress 2010 zum Thema "Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung"

Am 17. März 2010 fand im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft in München der KONGRESS DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! zum Thema "Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung" statt.

 

Die Tagung wurde von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Kooperation mit dem Aktionsrat Bildung durchgeführt. Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte der Aktionsrat Bildung neben der Veröffentlichung seines vierten Jahresgutachtens „Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung“ die Dokumentation „Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung – die Bundesländer im Vergleich“. Wie die bisherigen Jahresgutachten wurden die beiden Veröffentlichungen von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. herausgegeben.

 

Bereits seit Jahren ist die Forderung nach mehr Eigenständigkeit von Bildungsinstitutionen in der bildungspolitischen Diskussion. Auslöser der Deregulierungsdebatte waren internationale Leistungsvergleichsstudien in den 1990er Jahren, die deutliche Qualitätsdefizite des deutschen Bildungssystems offen legten. Bis heute blieb eine zufriedenstellende Umsetzung in allen Bildungseinrichtungen jedoch aus. In seinem aktuellen Jahresgutachten analysiert der Aktionsrat Bildung die einzelnen Bildungsphasen im Hinblick auf ihr Autonomiemaß und formuliert für jeden Bildungsbereich den Bedarf an Regulierung und Deregulierung. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden den politischen Akteuren konkrete Handlungsempfehlungen unterbreitet: Während im vorschulischen Bereich ein deutlicher Bedarf an Regulierung angeregt wird – beispielsweise in Form eines nationalen Gütesiegels zur Sicherung der Einhaltung von Standards – ist für die Primar- und Sekundarschule ein Deregulierungsprozess anzustoßen, der u. a. einen maßgeblichen Anstieg der Schulen in privater Trägerschaft bei öffentlicher Finanzierung einschließt und auf diese Weise den Ländern mehr Verantwortung für die Grundstrukturen und die Finanzierung im Schulbereich überträgt. Einer merklichen Nachregulierung bedarf es nach Ansicht des Aktionsrats in der Berufsausbildung, insbesondere sollte das Übergangssystem neu organisiert werden. Zudem müssten Bildungs- und Arbeitsmarktakteure mehr in die Verantwortung genommen werden und u. a. eine verstärkte Verpflichtung zur Begleitung von Berufswahlprozessen übernehmen. Für den Hochschulbereich resümiert der Aktionsrat Bildung vor allem im Finanzbereich eine Fortführung der Deregulierung, während für den Weiterbildungssektor eine maßvolle Regulierung verlangt wird, z. B. im Rahmen einer verstärkten Regulierung durch die Länder, die finanzielle Fördermaßnahmen an die Erfüllung von Mindeststandards seitens der Weiterbildungsträger knüpfen. Das gemeinsame Ziel ist für jede Bildungseinrichtung ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit, um schnell und unmittelbar vor Ort auf Herausforderungen reagieren zu können und somit die Gewährleistung eines hohen Bildungsniveaus für alle sicherzustellen.

 

Durch die föderale Struktur in Deutschland lohnt bei jeder Problembetrachtung ein Blick auf die einzelnen Bundesländer. Da eine umfassende Übersicht über Autonomie innerhalb der Bildungssysteme bislang fehlte, unternimmt der Aktionsrat Bildung im Rahmen seiner aktuellen Dokumentation „Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung – die Bundesländer im Vergleich“ den Versuch, in einer Analyse das Autonomiemaß in definierten Regelungsbereichen des deutschen Schul- und Hochschulwesens zu erfassen. Auf der Basis der jeweiligen Schul- und Hochschulgesetze der Länder wird der gewährte Grad an Eigenverantwortung in bedeutsamen Handlungsfeldern in den Bildungsphasen überprüft – ungeachtet der praktischen Umsetzung. Dieser Bundesländervergleich im Sinne eines Expertenratings hebt die Vorbildfunktion einiger Länder hervor und soll andere Länder zur Lockerung ihres gesetzlichen Rahmens motivieren. Abschließend veranschaulicht jeweils eine Deutschlandkarte den insgesamt erreichten Grad an Handlungsautonomie im Schul- und Hochschulbereich in den einzelnen Bundesländern.

 

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Initiator des Aktionsrats Bildung, eröffnete die Veranstaltung DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! und verwies auf die Studienreihe „Bildung neu denken!“, mit der die vbw bereits vor sieben Jahren mit Blick auf die bestehenden Mängel zu einer „Bildungsrevolution“ aufgerufen hatte. „Die eingeleiteten Reformschritte weisen in die richtige Richtung. Dennoch wünschen wir uns, dass mehr Reformen noch schneller angepackt und noch stärker in der Fläche umgesetzt werden“, so Rodenstock. Im diesjährigen Gutachten wendet sich der Aktionsrat dem Themenfeld „Bildungsautonomie“ zu, da diese eine wichtige Rolle in unserem Bildungssystem spielt. Die Handelnden sollen vor Ort gestärkt und Verantwortung primär auf der Ebene wahrgenommen werden, auf der sich die Entscheidungen der Verantwortungsträger auswirken. Bildungsautonomie muss allerdings von anderen Maßnahmen flankiert werden, wie z. B. der Einrichtung von Managementstrukturen mit verschiedenen Führungsebenen in der Schule und einer besseren finanziellen Ausstattung der Schulen.

 

Die Dokumentation sowie das vierte Jahresgutachten 2010 des Aktionsrats Bildung wurden von Prof. Dr. Dieter Lenzen, dem Vorsitzenden des Aktionsrats Bildung, vorgestellt. In der Dokumentation, einem Expertenrating der Schul- und Hochschulgesetze der Länder, wurden relevante Regelungsbereiche hinsichtlich des Grades an Autonomie betrachtet. Zur Verdeutlichung wurden zunächst ausgewählte Ergebnisse zur Schulautonomie am Beispiel „Personalwesen“ im Ländervergleich herausgegriffen. In diesem Bereich zeichnet sich ein Gefälle zwischen den einzelnen Bundesländern ab. Auf alle Regelungsbereiche ausgeweitet, ergibt sich für den Schulbereich eine „Autonomielandkarte“, die deutliche Differenzen, beispielsweise zwischen Nordrhein-Westfalen mit dem höchsten Ausmaß an Autonomie und Bayern, Saarland und Thüringen mit dem niedrigsten erkennen lässt. Analog wurden zentrale Ergebnisse zum Hochschulbereich vorgestellt, der durch eine größere Autonomie und geringere Differenzen zwischen den Bundesländern gekennzeichnet ist.

Im zweiten Teil seines Vortrags ging Prof. Dr. Dieter Lenzen auf das Jahresgutachten ein und stellte für jede Bildungsphase den Status quo dar und leitete jeweils Handlungsempfehlungen ab, die bildungsphasenspezifisch mehr Regulierung oder Deregulierung fordern.

 

Anschließend präsentierte Prof. Dr. Bettina Hannover in ihrem Vortrag „Psychologische Voraussetzungen und Implikationen einer Deregulierung im Bildungssystem“ die psychologischen Komponenten von Autonomie und Deregulierung. Es wird deutlich, dass ein gesteigertes intrinsisch motiviertes Engagement sowie eine vermehrte Verantwortungsübernahme und Zunahme kooperativen Verhaltens wichtige Voraussetzungen einer Deregulierung im Bildungssystem sind. Für das Gelingen von Deregulierung ist es folglich wichtig, Entscheidungs- und Wahlfreiheiten so zu gestalten, dass den individuellen Bedürfnissen nach Autonomie und Kontrollierbarkeit, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit entsprochen wird. Das deregulierte Bildungssystem setzt dabei ein höheres Vertrauen in die Akteure auf den dezentralen Ebenen voraus. Parallel sollten vertrauensbildende Maßnahmen wie z. B. die Beteiligung an Entscheidungsprozessen und die Wahrnehmung von Unterstützung und Fairness eingeleitet werden, um Boykottverhalten vorzubeugen und die frei werdenden Potenziale voll ausschöpfen zu können.

 

Prof. Dr. Wilfried Bos referierte im Anschluss über Regulierung und Deregulierung im Schulbereich. Hierzu zog er Einschätzungen bzw. Aussagen der Schulleitungen in Deutschland zu den Bereichen Schulorganisation, Personal, Finanzen und Unterricht heran, die im Rahmen von internationalen Leistungsvergleichsstudien erhoben wurden. Eine zentrale Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Unterricht, denn erst durch die Gestaltung der schulbezogenen Stundentafeln, Curricula und Erziehungskonzepte erhält die einzelne Schule ein eigenes pädagogisches Konzept und Profil. Nach Einschätzung der Schulleitungen bei PISA 2006 haben deutsche Schulen einen nicht unerheblichen Einfluss auf schüler- und unterrichtsbezogene Entscheidungsprozesse und liegen damit im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Allerdings zeigt sich bei der konkreten Umsetzung von Autonomie in der Gestaltung des Unterrichts nach den Ergebnissen aus IGLU 2006 noch eher Zurückhaltung. Die konkreten Handlungsempfehlungen sehen eine deutliche Deregulierung in der Schule vor. So sollte eine regelmäßige Überprüfung der Einhaltung der Bildungsstandards durch externe Evaluation unbedingt gewährleistet sein, während den Lehrern als Hauptverantwortlichen im Lerngeschehen erweiterte Freiräume in der Organisation eines schülergerechten Unterrichts eingeräumt werden sollten.

 

Prof. Dr. Hans-Dieter Daniel befasste sich in seinem Vortrag „Deregulierung im Hochschulbereich“ mit der „erlebten“ Autonomie der Hochschulleitungen. Anhand einer Erhebung zur Universitätsautonomie im Jahr 2009 verdeutlichte er, dass der Autonomiegrad der Universitäten in den letzten zehn Jahren erhöht wurde. Demnach berichteten drei von vier Universitäten, dass die Hochschulzulassung stark flexibilisiert und der Autonomiegrad in den Bereichen „Qualitätsentwicklung und -sicherung“ und „Studium und Lehre“ stark bis sehr stark erhöht wurde. Zu den positiven Effekten der Deregulierung gehört die Möglichkeit, eigene Entwicklungsziele zu formulieren sowie die Beschleunigung von Entwicklungsprozessen (z. B. Berufungsverfahren) zu fördern, die die Profilentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen begünstigen. Prof. Dr. Hans-Dieter Daniel empfahl abschließend, die Politik der Deregulierung im Hochschulwesen auf Bundes- und Landesebene fortzuführen.

 

Neben einer Bewertung des Bildungssystems in Form von Jahresgutachten und Dokumentationen würdigt der Aktionsrat Bildung auch jährlich vorbildlichen Journalismus im Bereich des Bildungswesens, der Bildungspolitik sowie der Berichterstattung über Leistungen und Schwächen der Bildung in Deutschland. In diesem Sinne verlieh der Aktionsrat Bildung im Rahmen des Kongresses zum vierten Mal den Medienpreis Bildung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde an den Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks, BR-alpha überreicht, da dieser als einziger deutschsprachiger Fernsehbildungskanal Bildung rund um die Uhr in unterschiedlichen Formaten vermittelt und dabei Themen mit besonderem gesellschaftlichen Stellenwert anspricht. Im Namen von BR-alpha nahm Werner Reuß, Programmbeauftragter BR-alpha, den Preis und die Urkunde entgegen.

 

Im Anschluss an die Medienpreisverleihung moderierte Jürgen Schleifer die Podiumsdiskussion zum Thema „Bessere Bildung durch mehr Eigenverantwortung?!“ mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Dr. Ludwig Spaenle, Präsident der Kultusministerkonferenz 2010 und Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Wilfried Bos, Direktor des Instituts für Schulentwicklungsforschung und Mitglied des Aktionsrats Bildung, Hans-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes e. V., Anni Schulz-Krause, Schulleiterin des Schiller-Gymnasiums, Köln und Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten den Einfluss einer erhöhten Autonomie auf die Bildungsqualität.

 

Fotogalerie zum Kongress Zukunft D "Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung"

Eröffnung der Veranstaltung mit dem Vortrag "Vorsprung durch Bildung" von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Vortrag "Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung - die Bundesländer im Vergleich" von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Vortrag "Psychologische Implikationen und Voraussetzungen erfolgreicher Deregulierung im Bildungssystem" von Prof. Dr. Bettina Hannover, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Prof. Dr. Bettina Hannover im Gespräch mit Jürgen Schleifer, Moderation

Vortrag "Regulierung und Deregulierung in der Schule" von Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Vortrag "Fortgeschrittene Deregulierung im Hochschulbereich" von Prof. Dr. Hans-Dieter Daniel, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Randolf Rodenstock mit einigen Mitgliedern des Aktionsrats Bildung (von links nach rechts: Prof. Dr. Bettina Hannover, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Prof. Dr. Wilfried Bos, Prof. Dr. Hans-Dieter Daniel)

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2009: Preisübergabe an BR-alpha (vertreten durch Werner Reuß, Programmbeauftragter BR-alpha)

Podiumsdiskussion: "Bessere Bildung durch mehr Eigenverantwortung?" (von links nach rechts: Randolf Rodenstock, Anni Schulz-Krause (Schulleiterin des Schiller-Gymnasiums Köln), Jürgen Schleifer (Moderation), Dr. Ludwig Spaenle (Präsident der Kultusminister-konferenz, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus), Prof. Dr. Wilfried Bos, Heinz-Peter Meidinger (Vorsitzender des Deutschen Phililogenverbands e. V.))

Podiumsdiskussion: Anni Schulz-Krause und Jürgen Schleifer

Podiumsdiskussion: Jürgen Schleifer und Dr. Ludwig Spaenle

Podiumsdiskussion: Prof. Dr. Wilfried Bos und Heinz-Peter Meidinger

Zukunft D 2009 - Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem

Am 12. März 2009 fand im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft München der KONGRESS DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! zum Thema "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem" statt.

Die Tagung wurde von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Kooperation mit dem Aktionsrat Bildung durchgeführt.

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte der Aktionsrat Bildung neben der Veröffentlichung seines dritten Jahresgutachtens „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem“ erstmals eine Dokumentation „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem – die Bundesländer im Vergleich“. Wie die bisherigen Jahresgutachten wurden die beiden Veröffentlichungen von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. herausgegeben.

 

Durch die föderale Struktur in Deutschland lohnt bei jeder Problembetrachtung ein Blick auf die einzelnen Bundesländer. Da ein umfassender Überblick über Geschlechterdifferenzen innerhalb der Bildungssysteme bislang fehlte, betrachtet der Aktionsrat Bildung in einer selektiven Ist-Analyse Geschlechterdifferenzen vom Kindergarten bis zur Hochschule in allen sechzehn Bundesländern. Dabei werden teilweise eklatante Unterschiede zwischen Bundesländern hinsichtlich der Bildungsbeteiligung sowie des erreichten Bildungsniveaus und deren Verteilung herausgearbeitet. Die aufbereiteten Daten und Fakten zeigen klar und eindeutig, dass die Bildungsbenachteiligung des „katholischen Arbeitermädchens vom Lande“ durch neue Bildungsverlierer abgelöst wurde: die Jungen. Hinzu kommt es in allen Bundesländern zu Geschlechterdifferenzen  bei der Aufteilung des pädagogischen Personals und in der Schullaufbahn, jedoch in unterschiedlichem Ausmaße. So wird in einem Überblick über die erreichten Rangplätze der einzelnen Bundesländer deutlich, dass beispielweise die Stadtstaaten Hamburg und Berlin bei der Untersuchung einzelner Parameter besonders positiv hervorstechen. Auf den letzten Rangplätzen rangieren besonders häufig Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. So müssen diese, aber auch alle anderen Bundesländer ihre Anstrengungen verstärken, um der Benachteiligung eines Geschlechts, in den meisten Fällen des männlichen entgegenzuwirken.

 

Heterogenität als solche ist eine wesentliche Ursache für die Probleme im deutschen Bildungssystem. Daher muss die Kategorie Geschlecht als Heterogenitätsmoment kritisch analysiert werden. Diese Betrachtung liefert das aktuelle Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem“, das Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in den jeweiligen Bildungsphasen – von der Frühbetreuung bis hin zur Weiterbildung erklärt und beurteilt. Abschließend werden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse konkrete Handlungsempfehlungen formuliert.

Die Entwicklung von Geschlechterdifferenzen, die mit Benachteiligungen eines Geschlechts im Bildungssystem verbunden sind, führt der Aktionsrat Bildung auf stark ausgeprägte traditionelle Geschlechterrollenverteilungen zurück: Kinder übernehmen von ihrer Umwelt Rollenstereotype und -verhalten und bilden zwischen vier und zehn Jahren eine Geschlechtsidentität aus. So entsteht ein geschlechtstypisiertes Selbstkonzept, das auf Schulleistungen und Kompetenzen, Interessensentwicklung und Motivation sowie auf die Berufs- und Studienwahl enormen Einfluss nimmt. Daher empfiehlt der Aktionsrat Bildung u. a., dass Eltern ihr Bewusstsein für Geschlechterdifferenzen und Rollenstereotype reflektieren und ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen, damit Stereotypenbildung entgegengewirkt wird und Kinder Berufsbilder geschlechtsneutral erleben.

Das pädagogische Personal, das im besten Fall zu gleichen Anteilen aus Frauen und Männern besteht, sollte durch Aus- und Fortbildungen eine hohe Gender-Kompetenz erreichen, die zu bewusstem Umgang mit beiden Geschlechtern befähigt.

Der Unterricht und die Unterrichtsmaterialien müssen geschlechtsspezifische Interessen von Mädchen und Jungen berücksichtigen; um beispielsweise das Interesse von Jungen am Lesen zu wecken, fordert der Aktionsrat Bildung computergestützten Leseunterricht.
Weitere Analysen zu den einzelnen Bildungsphasen und entsprechende Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen des Kongresses vorgestellt. Der Aktionsrat Bildung betonte, dass Benachteiligungen bedingt durch das soziodemographische Merkmal „Geschlecht“ ein gesamtgesellschaftliches Problem sind und damit Handlungsbedarf in den Bereichen „Bildung“, „Familie“, „Wirtschaft“ und „Politik“ besteht. 

 

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Initiator des Aktionsrats Bildung, eröffnete die Veranstaltung DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! und verwies auf die Studienreihe „Bildung neu denken!“, mit der die vbw bereits vor etwa fünf Jahren mit Blick auf die bestehenden Mängel zu einer „Bildungsrevolution“ aufgerufen hat.

Er betont die erfreulichen Auswirkungen des Bildungsfortschritts der Mädchen in den vergangenen Jahren. Die Mädchen haben aufgrund ihrer Leistungen in Schule und Hochschule mit den Jungen gleichgezogen, sie sogar in vielen Bereichen deutlich überholt. Allerdings hat sich parallel hierzu ein neues Benachteiligungsmuster ergeben: „Erschreckend viele Jungen fallen durch das Raster unseres Bildungssystems. In ganz Deutschland müssen fast doppelt so viele Jungen als Mädchen in so genannten Berufsvorbereitungsjahren „aufgefangen“ werden, weil sie keinen Ausbildungsplatz bekommen haben“, so Randolf Rodenstock.

 

Den Status quo der Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem der einzelnen Bundesländer stellte Prof. Dr. Dieter Lenzen, der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, in seinem Vortrag „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem – die Bundesländer im Vergleich“ detailliert dar. In Form von Rangfolgen wurde deutlich, welche Bundesländer in den Bereichen Geschlechteraufteilung des pädagogischen Personals, Übergangsquoten von Mädchen und Jungen sowie Leistungsvergleiche im Lesen und in der Mathematik besonders gut bzw. schlecht abschneiden. In den meisten Untersuchungsfeldern wird eine Benachteiligung der Jungen deutlich: Jährlich gehen ca. 44.000 Jungen und ca. 26.000 Mädchen ohne jeglichen Abschluss von der Schule. Im Gegensatz dazu sind Mädchen beim Erreichen der Hochschulreife deutlich in der Mehrheit, nämlich 33 Prozent mehr Mädchen als Jungen.    

 

Anschließend präsentierte Prof. Dr. Wilfried Bos Geschlechterdifferenzen im vorschulischen Bereich und in der Grundschule. In den frühen Lebensjahren stehen vor allem Gemeinsamkeiten zwischen Mädchen und Jungen im Vordergrund. Dies ändert sich allerdings mit dem Schuleintritt. Bereits in der Primarschule sind deutliche Ungleichheiten zwischen Mädchen und Jungen bezüglich der Einschulungsquoten zu verzeichnen: Jungen werden zu fast 6 Prozent und Mädchen zu „nur“ 3,5 Prozent zurückgestellt. Eine weitere Benachteiligung der Jungen wird beim Übergang von der Grundschule in den Sekundarbereich deutlich. Jungen müssen für eine Gymnasialempfehlung eine höhere Leseleistung erbringen als Mädchen.

 

Prof. Dr. Manfred Prenzel referierte im Anschluss über die Geschlechterdifferenzen im Sekundarbereich und in der Berufsausbildung. Die Leistungsunterschiede in der Mathematik – zu Lasten der Mädchen – und im Lesen – zu Lasten der Jungen – steigen im Sekundarbereich massiv an: Der Vorsprung der Mädchen im Lesen beträgt im Durchschnitt ein Schuljahr.

Bei der Wahl der Ausbildungsberufe werden Geschlechtsstereotype überaus deutlich. So wählen Mädchen zu 85,5 Prozent einen Dienstleistungsberuf, wie z. B. Bürokauffrau, Friseurin etc.; männliche Auszubildende hingegen befinden sich zu 61 Prozent in einem Fertigungsberuf wie z. B. Kraftfahrzeugmechatroniker, Metallbauer etc.

 

Prof. Dr. Detlef Müller-Böling ging abschließend auf die Geschlechterdifferenzen in der Hochschule ein. Auch hier existieren Differenzen zwischen weiblichen und männlichen Studierenden bezüglich Übergangsquoten in das Studium, Auslandssemester, Mobilität etc. Ein Exkurs in das Erwerbsleben verdeutlicht, dass der Erfolg der Mädchen im Bildungssystem noch keine durchschlagende Wirkung auf das Erwerbsleben der Frauen zeigt. Frauen verdienen aufgrund der geschlechtsspezifischen Berufswahl, der Auszeiten nach Geburt eines Kindes etc. deutlich weniger als Männer.

 

Neben einer Bewertung des Bildungssystems in Form von Jahresgutachten würdigt der Aktionsrat Bildung auch jährlich vorbildlichen Journalismus im Bereich des Bildungswesens, der Bildungspolitik sowie der Berichterstattung über Leistungen und Schwächen der Bildung in Deutschland. In diesem Sinne verlieh der Aktionsrat Bildung im Rahmen des Kongresses zum dritten Mal den Medienpreis Bildung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde an Spiegel Online überreicht, da dieses Nachrichtenportal mit seinen vielfältigen und fundierten Artikeln nicht nur eine breite Öffentlichkeit erreicht, sondern auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems leistet. Im Namen von Spiegel Online nahm Jochen Leffers, Ressortleiter von „Unispiegel“ und „Schulspiegel“ den Preis und die Urkunde entgegen.

 

Im Anschluss an die Medienpreisverleihung moderierte Dr. Ursula Weidenfeld die Podiumsdiskussion zum Thema „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem“ mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur aus Rheinland-Pfalz, Dr. Marcel Huber, Staatssekretär für Unterricht und Kultus, Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung und Präsident der Freien Universität Berlin diskutierten Möglichkeiten und Wege, der Benachteiligungen eines Geschlechts im Bildungssystem entgegen zu wirken.

 

 

Fotogalerie zum Kongress Zukunft D "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem"

Eröffnung der Veranstaltung mit dem Vortrag "Vorsprung durch Bildung" von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Vortrag "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem - die Bundesländer im Vergleich", Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Vortrag "Geschlechterdifferenzen im vorschulischen Bereich und in der Primarschule", Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Vortrag "Geschlechterdifferenzen im Sekundarbereich und in der Berufsausbildung", Prof. Dr. Manfred Prenzel, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Vortrag "Geschlechterdifferenzen in der Hochschule", Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2008: Einführung von Randolf Rodenstock

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2008: Laudatio von Prof. Dr. Dieter Lenzen

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2008: Preisübergabe an Spiegel Online (vertreten durch Jochen Leffers)

Dankesrede von Jochen Leffers

Podiumsdiskussion: Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur aus Rheinland-Pfalz und Moderatorin Dr. Ursula Weidenfeld

Podiumsdiskussion: Staatssekretär Dr. Marcel Huber, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Podiumsdiskussion: Randolf Rodenstock, Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Podiumsdiskussion: Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Podiumsdiskussion: Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem (von links nach rechts: Randolf Rodenstock, Doris Ahnen, Dr. Ursula Weidenfeld (Moderation), Dr. Marcel Huber, Prof. Dr. Dieter Lenzen)

Zukunft D 2008 - Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess

Am 06. März 2008 fand im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft in München der
KONGRESS ZUKUNFT D zum Thema "Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess" statt.

Die Tagung wurde von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Kooperation mit dem Aktionsrat Bildung durchgeführt.

Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierte der Aktionsrat Bildung sein zweites Jahresgutachten der Öffentlichkeit, das von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. herausgegeben wird.

 

Nach seinem ersten Jahresgutachten zum Thema „Bildungsgerechtigkeit“ hat sich der Aktionsrat Bildung auch in seinem zweiten Jahresgutachten einem brisanten Thema gewidmet, den „Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess“.

Dass die Bevölkerung mit dem Globalisierungsprozess mehr Bildungsrisiken als -chancen verbindet, führt der Aktionsrat Bildung letztlich darauf zurück, dass das Bildungssystem die Individuen nur unzureichend auf die Herausforderungen der Globalisierung vorbereitet. Der Einzelne muss von Beginn an über alle Bildungsphasen hinweg jene Kompetenzen erwerben, die in Zeiten der Globalisierung verstärkt gefordert werden wie z. B. der Umgang mit Unsicherheit. Die Bestandsaufnahme des Aktionsrats Bildung offenbart jedoch, dass das deutsche Bildungssystem bislang keine Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung gefunden hat. Neben dieser Ist-Analyse verweist der Aktionsrat Bildung auf positive Beispiele aus dem internationalen Raum und richtet für jede Bildungsphase konkrete Handlungsempfehlungen an die Entscheidungsträger.

Der Aktionsrat Bildung betont unter anderem die zunehmende Bedeutung von fremdsprachlicher und interkultureller Kompetenz, die zur Teilhabe an der internationalen Kommunikation unerlässlich ist. Daher sollte mit einer frühen Förderung dieser Fähigkeiten schon im Kindergarten begonnen werden – jedoch nicht instruktiv, sondern auf Basis von impliziten Lernvorgängen.

Im Zuge der weltweiten Vernetzung wird die kompetente Nutzung neuer Informationstechnologien als selbstverständlich vorausgesetzt. Hier verweist der Aktionsrat Bildung auf Versäumnisse vor allem im Sekundarbereich, die in internationalen Vergleichsstudien (PISA 2003/2006) aufgedeckt wurden. Im Gegensatz zu dem OECD-Durchschnitt von 56 Prozent nutzen lediglich 31 Prozent der deutschen Schüler den Computer regelmäßig im Unterricht. Hinzu kommt, dass die schulische Vermittlung auch noch ineffektiver als eine autodidaktische Aneignung ist. Hier sieht der Aktionsrat Bildung dringenden Handlungsbedarf.

Weitere Analysen zu den einzelnen Bildungsphasen und entsprechende Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen des Kongresses vorgestellt. Der Aktionsrat Bildung rief schließlich die Entscheidungsträger auf, einen umfassenden Aktionsplan zur Revision des Bildungssystems im Globalisierungsprozess zu entwickeln und umzusetzen und so die Voraussetzung zu schaffen, dass jeder Einzelne am Globalisierungsprozess und seinen Chancen teilhaben kann. 

 

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Initiator des Aktionsrats Bildung, eröffnete die Veranstaltung ZUKUNFT D und verwies auf die Studienreihe „Bildung neu denken!“, mit der die vbw bereits vor etwa fünf Jahren mit Blick auf die bestehenden Mängel zu einer „Bildungsrevolution“ aufgerufen hat. Randolf Rodenstock berichtete über die Erfolge der Modellprojekte KiDZ (Kindergarten der Zukunft in Bayern), Ganztagshauptschulen in Bayern und Modus 21 (ein Projekt zur inneren Schulentwicklung durch Übertragung von Verantwortung) und betonte die Notwendigkeit einer flächendeckenden Umsetzung. Für Randolf Rodenstock besteht kein Zweifel, dass der Globalisierungsprozess nicht aufzuhalten und es für die Zukunft Deutschlands entscheidend ist, den Globalisierungsprozess mitzugestalten. „Obwohl Deutschland zu den Globalisierungsgewinnern zählt, ist das Thema für viele Menschen angstbesetzt, da sie sich nicht fit fühlen für den globalen Wettbewerb. Gegen mangelnde „Fitness“ hilft – in diesem Fall – Bildung“, so Randolf Rodenstock.

Makroprozesse der Globalisierung, ihre Entwicklung weltweit und ihre Konsequenzen auf institutioneller und individueller Ebene stellte Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Mitglied des Aktionsrats Bildung und Leiter des Staatsinstituts für Familienforschung, in seinem Vortrag „Globalisierung in modernen Gesellschaften“ detailliert dar. Auf dieser Grundlage verwies er einerseits auf positive Konsequenzen der Globalisierung z. B. der gestiegene Wohlstand und andererseits auf negative Folgen wie z. B. die zunehmende Unsicherheit für individuelle Lebensverläufe.

Anschließend präsentierte der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung, Prof. Dr. Dieter Lenzen, die Kernaussagen des Jahresgutachtens. Mit vielen anschaulichen Beispielen verdeutlichte er die bestehenden Defizite, erläuterte die Herausforderungen und Ziele für die jeweiligen Bildungsphasen im Globalisierungsprozess und legte die zentralen Handlungsempfehlungen des Aktionsrats Bildung dar. Prof. Dr. Dieter Lenzen resümierte, dass Revisionsbedarf des deutschen Bildungssystems mit Blick auf die Anforderungen der Globalisierung besteht, damit der Einzelne die Chancen der Globalisierung nutzen kann.

Im Anschluss erhielt das Publikum die Gelegenheit, mit den anwesenden Aktionsratmitgliedern zum Thema des zweiten Jahresgutachtens zu diskutieren.

Neben einer Bewertung des Bildungssystems in Form von Jahresgutachten würdigt der Aktionsrat Bildung auch jährlich vorbildlichen Journalismus im Bereich des Bildungswesens, der Bildungspolitik sowie der Berichterstattung über Leistungen und Schwächen der Bildung in Deutschland. In diesem Sinne verlieh der Aktionsrat Bildung im Rahmen des Kongresses zum zweiten Mal den Medienpreis Bildung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde an Deutschlandradio mit seinen beiden Hörfunkprogrammen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur überreicht, da der Nationale Hörfunk mit seinen vielfältigen und fundierten Sendungen nicht nur eine breite Öffentlichkeit erreicht, sondern auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems leistet. Im Namen von Deutschlandradio nahmen Astrid Kuhlmey, Abteilungsleiterin „Kultur und Gesellschaft“ und Kate Maleike, verantwortliche Redakteurin „Campus & Karriere“ und „PISAplus“ den Preis und die Urkunde entgegen.

Im Anschluss an die Medienpreisverleihung moderierte Prof. Ernst Elitz, Intendant des Deutschlandradios, die Podiumsdiskussion zum Thema „Bildung im Globalisierungsprozess“ mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Ulrich Hörlein, Ministerialdirigent des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Rolf-Dieter Schnelle, Beauftragter für Bildung und Wissenschaft im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Petra Stanat von der Freien Universität Berlin und Mitglied im Deutschen PISA-Konsortium, Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und Prof. Dr. Ludger Wößmann, Mitglied des Aktionsrats Bildung und Bereichsleiter Humankapital und Innovation am ifo Institut für Wirtschaftsforschung München diskutierten Möglichkeiten und Wege, das deutsche Bildungssystem im Zuge der Globalisierung  zu reformieren.

Fotogalerie zum Kongress Zukunft D "Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess"

Eröffnung der Veranstaltung mit dem Vortrag "Vorsprung durch Bildung" von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Vortrag „Globalisierung in modernen Gesellschaften“, Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess. Jahresgutachten 2008 des Aktionsrats Bildung, präsentiert von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Publikum im Gespräch mit dem Aktionsrat Bildung (von links nach rechts: Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Prof. Dr. Wilfried Bos, Prof. Dr. Ludger Wößmann)

Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Prof. Dr. Ludger Wößmann, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2007: Einführung von Randolf Rodenstock

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2007: Laudatio von Prof. Dr. Dieter Lenzen

Preisübergabe an Deutschlandradio (vertreten durch Astrid Kuhlmey und Kate Maleike)

Aktionsrat Bildung verleiht den Medienpreis 2007: Dankesrede von Kate Maleike

Podiumsdiskussion: Bildung im Globalisierungsprozess (von links nach rechts: Ulrich Hörlein, Rolf-Dieter Schnelle, Randolf Rodenstock, Prof. Dr. Ludger Wößmann, Prof. Dr. Petra Stanat; Moderation: Prof. Ernst Elitz)

Ulrich Hörlein, Ministerialdirigent des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Rolf-Dieter Schnelle, Beauftragter für Bildung und Wissenschaft im Auswärtigen Amt

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Prof. Dr. Ludger Wößmann, Mitglied des Aktionsrats Bildung, Prof. Dr. Petra Stanat von der Freien Universität Berlin und Mitglied im Deutschen PISA-Konsortium; Moderation: Prof. Ernst Elitz, Intendant des Deutschlandradios

Zukunft D 2007 - Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Am 08. März 2007 fand im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft in München der KONGRESS ZUKUNFT D zum Thema "Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit" statt.

Die Tagung wurde in Kooperation zwischen der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und dem Aktionsrat Bildung durchgeführt.

 

Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentierte der Aktionsrat Bildung sein erstes Jahresgutachten der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt des Gutachtens steht das zentrale Thema Bildungsgerechtigkeit. Die Bestandsaufnahme offenbart, dass das deutsche Bildungssystem von einer hohen sozialen Selektivität gekennzeichnet ist, die vor allem an den Übergängen zu Tage tritt. Auf Basis seiner Analyse attestiert der Aktionsrat Bildung der Politik, dass die bisherigen Bildungsreformen nicht umfassend dazu beigetragen haben, ein höheres Maß an Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Die Experten bewerten in ihrem Gutachten allerdings nicht nur die aktuelle Situation, sondern geben darüber hinaus konkrete Handlungsempfehlungen zur Behebung vieler Barrieren. Damit ist nun die Politik am Zuge. Der Aktionsrat Bildung fordert die Landesregierungen und den Bund auf, noch in diesem Jahr einen Masterplan für mehr Bildungsgerechtigkeit im deutschen Bildungssystem vorzulegen. Nur ein länderübergreifend abgestimmtes Vorgehen mit klaren Zielvorgaben und Finanzierungskonzepten sowie systematischer Evaluation der eingeleiteten Maßnahmen wird als zielführend betrachtet.

 

 

Fotogalerie zum Kongress Zukunft D "Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit"

Eröffnung der Veranstaltung mit dem Vortrag "Vorsprung durch Bildung" von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Bildungsgerechtigkeit. Jahresgutachten 2007 des Aktionsrats Bildung, präsentiert von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Impulsreferat I: Heterogenität und Bildungsgerechtigkeit, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Impulsreferat II: Übergänge, Ganztagsangebote und Bildungsgerechtigkeit, Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Publikum im Gespräch mit Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung

Publikum im Gespräch mit Prof. Dr. Wilfried Bos, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Publikum im Gespräch mit Prof. Dr. Manfred Prenzel, Mitglied des Aktionsrats Bildung

Podiumsdiskussion: Wege zu mehr Bildungsgerechtigkeit (von links nach rechts: Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Mitglied des Aktionsrats Bildung; Siegfried Schneider, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus; Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.; Werner Siebeck (Moderation), BR Bayerischer Rundfunk; Prof. Dr. Erich Thies, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz; Kai Gehring, Sprecher für Jugend- und Hochschulpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen