Ziele

Der Aktionsrat Bildung hat sich zum Ziel gesetzt, auf Basis seiner Expertisen sowie nationaler und internationaler Bildungsberichterstattung, die gegenwärtige Lage des deutschen Bildungssystems zusammenfassend darzustellen, zu analysieren und zu bewerten. Des Weiteren strebt das Expertengremium an, neue Entwicklungen aufzudecken, Prognosen für zukünftige Bedarfe zu geben sowie aktuelle politische Entscheidungen zu bewerten. Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen zur Behebung offensichtlicher und zukünftiger Defizite formuliert werden, die sich vor allem an die Politik richten.

Dass es in Deutschland eines Expertengremiums bedarf, welches die Bedeutung von Bildungspolitik wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt, ist in den letzten Jahren im Zuge internationaler Leistungsvergleichsstudien wie z. B. PISA, IGLU oder TIMSS sehr deutlich geworden. Diese Studien legen offen, dass mit dem deutschen Bildungssystem nicht nur eine sehr große Leistungsheterogenität einhergeht, sondern dass auch ein hoher Prozentsatz an Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich sehr niedrige Leistungen erzielt. In diesen Fällen ist die Rede von so genannten „Risikokindern“, die ausgeprägte Schwächen in den zukunftsrelevanten Kompetenzbereichen wie der Lese-, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Grundkompetenz aufzeigen und dementsprechend den Anforderungen einer Wissensgesellschaft kaum gerecht werden können. Zugleich offenbaren die Studien, dass diese so genannten „Risikogruppen“ überproportional aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen stammen bzw. einen Migrationshintergrund aufweisen. Dem deutschen Bildungssystem gelingt es offenbar nicht, diese Personengruppen adäquat zu erreichen und seinem Grundsatz gerecht zu werden, möglichst jedem Individuum eine Grundbildung zu gewähren bzw. es entsprechend seiner Kompetenzen unabhängig der sozialen oder ethnischen Herkunft zu fördern. Obwohl schon Mitte der sechziger Jahre die Benachteiligung bestimmter Personengruppen diskutiert wurde, besteht eine soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems bis heute fort. Über die individuellen Bildungs- und Erwerbschancen hinaus gehen wichtige volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Potenziale verloren, was gerade in Anbetracht demographischer Entwicklungen fatal ist.

Missstände und Ungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem gilt es nach wie vor öffentlich zu machen und in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken, um Handlungsdruck auf Politik sowie Bildungsverantwortliche auszuüben. Der Aktionsrat Bildung sieht sein Hauptziel darin, eine langfristige und zukunftsorientierte Bildungspolitik zu stimulieren und in diesem Sinne seine Expertisen einzubringen.

Über verschiedene Aktionsfelder möchte der Aktionsrat Bildung diese Ziele umsetzen.