Aktionsfelder

Der Aktionsrat Bildung sieht seine Aufgabe darin, Entwicklungen im deutschen Bildungssystem zu beobachten und zu analysieren, die Umgehensweise der Politik mit aktuellen Brennpunkten zu bewerten, Perspektiven und Handlungsnotwendigkeiten aufzuzeigen und Prognosen für zukünftige Bedarfe im Bildungsbereich zu geben.

Der Aktionsrat Bildung beabsichtigt über verschiedene Aktionsfelder Handlungsdruck auf die Politik auszuüben:

Aktionsfeld 1: „Analysieren, Bewerten und Empfehlen“

Das erste Aktionsfeld des Aktionsrats Bildung besteht darin, Entwicklungen im deutschen Bildungssystem zu analysieren, zu bewerten und Empfehlungen an Bildungsakteure und Bildungsverantwortliche zu geben. Das Expertengremium hat sich zum Vorsatz gemacht, jährlich ein Gutachten zu einem aktuellen Brennpunkt-Thema des Bildungssystems herauszugeben.

Der Aktionsrat Bildung analysiert in seinem vierten Jahresgutachten 2010 "Bildungsautonomie: Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung" die einzelnen Bildungsinstitutionen im Hinblick auf ihr Autonomiemaß und formuliert den Bedarf an Regulierung und Deregulierung in den einzelnen Bildungsphasen. Auf dieser Grundlage werden konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik gestellt. Ziel ist die größtmögliche Selbstständigkeit für jede Bildungseinrichtung, schnell und direkt vor Ort auf Herausforderungen zu reagieren und auf diese Weise ein hohes Bildungsniveau für alle zu gewährleisten.

2009 veröffentlichte der Aktionsrat Bildung neben seinem dritten Jahresgutachten "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem" erstmals eine Dokumentation "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem - die Bundesländer im Vergleich". Es zeigen sich teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich der Bildungsbeteiligung sowei des erreichten Bildungsniveaus von Mädchen und Jungen. In allen Bundesländern wird deutlich, dass die Bildungsbenachteiligung des "katholischen Arbeitermädchen vom Lande" durch die Jungen als neue Bildungsverlierer abgelöst wurden. Besonders in der Schule zeigt sich der Rückstand der Jungen: Sie beenden die Schule zu höheren Anteilen mit niedrigen Abschlüssen und weisen deutlich geringere Kompetenzen im Lesen auf. Mädchen hingegen liegen in Mathematik und den Naturwissenschaften hinter den Jungen. Als Ursache für Geschlechterdifferenzen sieht das Expertengremium auch die stark ausgeprägten Rollenstereotype in der Gesellschaft. Um diese abzubauen und der Benachteiligung eines Geschlechts vorzubeugen, stellt der Aktionsrat Bildung Handlungsempfehlungen vor, die sich an die gesamte Gesellschaft richten.

In ihrem Jahresgutachten 2008 setzen sich die Experten des Aktionsrats Bildung mit "Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess" auseinander. Demnach bereitet das Bildungssystem die Individuen nur unzureichend auf die Herausforderungen der Globalisierung vor. Der Einzelne muss von Beginn an über alle Bildungsphasen hinweg jene Kompetenzen erwerben, die in Zeiten der Globalisierung verstärkt gefordert werden wie z. B. der Umgang mit Unsicherheit, Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen. Die Bestandsaufnahme des Aktionsrats Bildung offenbart jedoch, dass das deutsche Bildungssystem bislang keine Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung gefunden hat. Neben dieser Ist-Analyse verweist der Aktionsrat Bildung auf positive Beispiele aus dem internationalen Raum und richtet für jede Bildungsphase konkrete Handlungsempfehlungen an die Entscheidungsträger.

Das Jahresgutachten 2007 ist dem Thema  „Bildungsgerechtigkeit“ gewidmet. Das deutsche Bildungssystem ist im internationalen Vergleich durch ein hohes Maß an sozialer Selektivität gekennzeichnet. Immer noch bestimmt die soziale Herkunft eines Kindes bzw. Jugendlichen im Wesentlichen seinen späteren Bildungserfolg. Die Experten befassten sich in ihrem ersten Jahresgutachten mit Aspekten von Bildungsgerechtigkeit wie z. B. herkunftsbedingte Disparitäten, Übergänge und mangelhafte „Durchlässigkeit“ des Bildungssystems. Sie diskutierten darüber hinaus die Qualifikation des pädagogischen Personals sowie Neue Steuerungsmodelle und Bildungsfinanzierung unter dem Gerechtigkeitsaspekt. Das Expertengremium bewertete politische Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang getroffen oder auch unterlassen worden sind und gab auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen an Politik.

Neben der jährlichen Veröffentlichung eines Gutachtens zu Brennpunkten im Bildungssystem bezieht der Aktionsrat Bildung auch unmittelbar öffentlich Stellung zu aktuellen bildungspolitischen Themen.

Aktionsfeld 2: „Würdigen und Stimulieren“

In einem zweiten Aktionsfeld würdigt der Aktionsrat Bildung die Arbeit von reformstarken Akteuren und stimuliert die Bildungspolitik in Deutschland.

Die Vergabe eines „Medienpreises Bildung“ für herausragende journalistische Leistungen zum Thema Bildung soll einerseits deren Arbeit und Impulssetzung würdigen, andererseits für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen. Der Medienpreis Bildung 2009 wurde dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks BR-alpha verliehen. Die Medienpreisträger für die Jahre 2008, 2007 und 2006 sind das Onlinemedium Spiegel Online, der Nationale Hörfunk Deutschlandradio und die DIE ZEIT.

Darüber hinaus führt der Aktionsrat Bildung in seinem zweiten Aktionsfeld Informationsveranstaltungen und Tagungen zu aktuellen bildungspolitischen Themen durch. Am 17. März 2010 wurde im Rahmen der Veranstaltung DEUTSCHLAND HAT ZUKUNFT! das vierte Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Am 12. März 2009 präsentierte der Aktionsrat Bildung sein drittes Jahresgutachten "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem", am 06. März 2008 stellte er das zweite Jahresgutachten "Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess" vor und am 08. März 2007 präsentierte der Aktionsrat sein erstes Jahresgutachten "Bildungsgerechtigkeit" im Rahmen der Veranstaltung ZUKUNFT D.

Aktionsfeld 3: „Beraten und Aufklären“

In seinem dritten Aktionsfeld informiert und berät der Aktionsrat Bildung in Hintergrundgesprächen Journalisten und Politiker.

Ein drittes Journalistenseminar fand am 03. Februar 2009 unter der Leitung von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., sowie von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung, im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft statt.

Prof. Dr. Dieter Lenzen gab einen kurzen Überblick über die Inhalte einer Dokumentation des Aktionsrats Bildung „Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem- die Bundesländer im Vergleich". Prof. Dr. Bettina Hannover, Mitglied des Aktionsrats Bildung, führte mit Ihrem Vortrag "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem - Beschreibung und Erklärungsansätze" in das Thema des Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung ein.

Die wissenschaftlichen Ausführungen von Prof. Dr. Bettina Hannover und Prof. Dr. Dieter Lenzen bildeten die Grundlage für Informations- und Diskussionsfragen der Journalisten.

 

Am 23. Januar 2008 fand ein zweites Journalistenseminar unter der Leitung von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., sowie von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung, im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft statt. Mit dem Vortrag „Globalisierung in modernen Gesellschaften“ führte Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Mitglied des Aktionsrats Bildung, in die Thematik des zweiten Jahresgutachtens ein. In diesem Gutachten, das am 6. März 2008 im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, setzt sich der Aktionsrat Bildung mit „Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess“ auseinander. Am Beispiel der frühkindlichen und der hochschulischen Bildung eröffnete Prof. Dr. Dieter Lenzen im Rahmen dieses Journalistenseminars erste Einblicke in die Inhalte des zweiten Jahresgutachtens. Journalisten der regionalen und überregionalen Presse erhielten so die Möglichkeit, im Vorfeld der Veröffentlichung mit Randolf Rodenstock, Prof. Dr. Dieter Lenzen sowie Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen.

 

Ein erstes Journalistenseminar fand am 6. Juli 2006 mit Journalisten überregionaler Presse und Vertretern des Aktionsrats Bildung im hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft statt. Die Veranstaltung wurde unter Leitung von Randolf Rodenstock, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., sowie von Prof. Dr. Dieter Lenzen, dem Vorsitzenden des Aktionsrats Bildung, durchgeführt. Der wissenschaftliche Fachvortrag des Aktionsratsmitglieds Prof. Dr. Manfred Prenzel zum Thema „Verlierer an Deutschlands Schulen“ bildete die Grundlage für Informations- und Diskussionsfragen der Journalisten.